Heute Morgen war es soweit. Er hat mich ueberfallen! Der Drang zu Schreiben hat mich erreicht und ab geht sie die Lutzi. Gibt ja schliesslich vieles nachzuholen, wie ich meine...
Seit Gestern sind wir in Punta Arenas angekommen und sind sofort am Busaussteig von Roxana begruesst worden, die sich nun (wie so viele andere zuvor) fuer gewisse Zeit unsere Gastmama nennen darf. Ausser Pinguinen (die man sich fuer „unheimlich gut“ investierte 40 Euro pro Nase anschauen kann), einem Kino in dem taeglich ein einzelner Film und der dazugehoerige Preis neu von der Kassenfrau ausgelost werden und mucho mas Supermaerkten, gibt es hier nicht viel. Die Zeit bekommen wir trotzdem immer wieder rum...
Wir sind im Training!
Puerto Natales, unser vorheriger Aufenthaltsort, ist eigentlich nur fuer einen Zwischenhalt vor oder nach dem TORRES DEL PAINE (der beruehmteste Nationalpark ueberhaupt) ausgelegt, in dem sich die Trekker gegenseitig auf den Fuessen rumtrampeln, wenn sie das beruehmte W (ausgelegt auf 3 Naechte und 4 Tage) ablaufen. Dem entsprechend ist die Stadt auch aufgebaut. In jeder Strasse draengeln sich die Hostal's dicht an dicht und ihre Besitzer tun es ihnen bei der Ankunft der Reisebusse auf dem Buergersteig gleich.
Gut fuer uns, denn will man Leute fuer sich gewinnen muss man flexibel sein. Wartet man kurz und tut so als waere man unentschlossen, unterbieten sich ganz schnell alle wie von selbst.
So kamen wir, genau so wie die drei Israeli's (Dror, Aaltman und Noam - allesamt Facebook suechtig...aber ich denke mittlerweile, dies ist ein Problem der gesamten Nation) zu Paulette und ihrem Hostal, nach der Fahrt von El Calafate (Argentinien) nach Puerto Natales.
Ich mutmaße innerhalb der wenigen Tage die wir dort verbracht haben, mehr ueber die juedische Kultur bzw. Religion gelernt zu haben, als ueber die chilenische in 6 Monaten. So passiert es dann, das man zu zehnt an einem koschaen gedeckten Tisch mit 6 Israeli's und einem Griechen sitzt und sich alle den heiligen Apfelsaft (statt Wein) und ein Broetchen teilen, bevor es ans grosse schlemmen geht.
Gut das die religioesen Juden sobald die Sonne an diesem Tag untergegangen ist, nicht mehr arbeiten duerfen. Man kann sich nach so einem Schmaus, bestehend aus Vorsuppe, Reis, Kartoffelbrei, Salat und Eis, sowieso kaum noch bewegen. Nicht einmal der Lichtschalter darf noch betaetigt werden bis am Samstag die Sonne wieder untergegangen ist und der Shabat sein Ende findet.
Die Leute haben sich Sonntag frueh mit unserem Zelt im Gepaeck auf den Weg in den Torres gemacht. Wir haben uns von ihm getrennt, aber nur unter der Bedingung es spaeter fuer die Terremoto-Opfer Chiles gespendet zu wissen. Somit waren unsere Reisebedingungen immer schlechter. Neben dem fehlenden Zelt war auch das Wetter muy mal!! Regen, Wind und nachts 2 Grad, da ueberlegt man es sich dreimal wo man schlaeft!
Wir haben uns fuer Paulette entschieden und somit 2 vollkommen offizielle Gammeltage ausgerufen, welche wir mit Bravur vollfuehrt und mit der Regel nur einmal pro Tag das Haus fuer Essens-Besorgungs-Zwecke verlassen zu duerfen, gab es auch wirklich wenig Scherereien.
Bis wir allerdings zu diesen 2 Gammeltagen und ihrem kroenenden Abschluss mit dem Genuss eines Cocktails (makaberer Weise „Terremoto“ genannt) kamen, war es ein weiter Weg!
1700 Kilometer in drei Tagen. Die Ruta 40. Die legendeaere Strasse des Suedens, zurueckgelegt im Bus von Esquel bis nach El Calafate.
Klausi war unser Begleiter. Der Mitfuenfziger Oekonom der seit 30 Jahren die Welt bereist und seine zwei Kinder bereits mit in den „Sumpf“ gezogen hat, war uns ein sehr angenehmer Reisekumpan und Sitznachbar, mit stehts neuen, interessanten und unterhaltsamen Geschichten.
Bei so viel Zeit und Zwischenstopsen muss man sich ja irgendwie beschaeftigen. Thesi hat die Gelegenheit genutzt und das beruehmte argentinische Rindersteak mit Salsa de Champignon ueber die Mittagspause in Perito Moreno, auf der Haelfte der zurueck zu legenden Strecke, verspeisst.
Fazit: „Naja, ich mag Rind jetzt nicht so..., aber die Pilze waren gut!“
Der Eierlaster und seine zwei Fahrer waren unsere Freunde, als wir El Bolson, nach vielen Tagen des bereits bekannten Hin und Her's, endlich auf dem Weg Richtung Sueden und somit Esquel (die naechste Stadt 200 Kilometer suedlich gelegen) verliessen.
Trampen ist toppi...und hoechst empfehlenswert! Muy bien...ohne Zweifel!
Ohne Zweifel ist auch immer noch, das hier jede Hilfe in der Region um Concepcion benoetigt wird. Ich weiss nicht in wie weit die Berichterstattung in Deutschkand noch statt findet, aber vor zwei Nachten waren noch einmal zwei Erdbeben mit einer Staerke von 6.9 & 7.2., wodurch mittlerweile ueber 10 Millionen Menschen obdachlos geworden sind und die koennen im Prinzip alles brauchen, was Andere entbehren koennen/wollen/moechten.
Mit grundlegenden und existentiellen Guetern wie Trinkwasser oder Nahrungsmitteln koennen wir oder ihr nicht dienen, aber hier ist nun endlich eine zuverlaessige Adresse, zumindest was die Geldspenden betrifft.
http://www.embajadaconsuladoschile.de/
Consulado General de Chile
Commerzbank
Konto-Nr. 399990100
BLZ 200 400 00 200 400 00
Also: Lieber klotzen, statt kleckern!!
Macht et jut... die 3 Musketiere